Gattungspflege – Gretelweg

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Ja, auch im Märchenviertel wird um die Aufmerksamkeit der Kinder gebuhlt. Im Angebot sind Spielplätze, Rasenflächen und Bildschirme, auf denen sich das Blattwerk spiegelt. Ob das ausreicht, die heutigen Hänsels und Gretels hierher zu locken, weiß man nicht. Eine meditative Wirkung allerdings dürften diese spiegelnden Oberflächen haben. Vielleicht nutzen die Eltern ja mal dieses außergewöhnliche Bildschirmangebot. Die KInder könnten währenddessen das tatsächlich hinter dem Baum verrottende Grimmsche Märchenbuch entdecken. Aussterbende Gattungen wecken ja doch immer mal wieder das Interesse der Massen.

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Weihnachtsthron – Kromsdorferstraße

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Weimar und seine Denkmäler. Momentan gibt es ein ganz Besonderes zu bestaunen: ein geschmückter Weihnachtsbaum auf einem Thron. Doch dieses dient nicht der Adoration dieses Symbols. Es ist ein nur peripher Ersatz für die zukünftige Adoration der Muskelkraft. Einen solchen Ort haben die Kletterer der Stadt lange gewünscht. Dass er nun mit dem Symbol des Wunscherfüllungsfestes gekrönt wird, zeigt definitiv Konsequenz. Denn auch wer da später hoch will, wird sie brauchen. Vielleicht aber sollten für weniger Willensstarke auch im Inneren Weihnachts-Accessoires angebracht werden: Nüsse, Äpfel, Schokola… – ach nee, letzteres besser nicht.

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„Wir schaffen das?“ – Ein Veranstaltungstipp

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Ich nutze den Blog mal für einen Veranstaltungstipp. Denn Grundlage der Veranstaltung, die ich unbedingt empfehle, ist ein Werk meines Mannes Wolfgang, der mich auch für den Blog so oft schon unterstützt hat. Und damit Ihr Euch vorstellen könnt, wo das Stück spielt, seht Ihr hier ein Foto des Ortes, der Wolfgang die Inspiration für seine Flüchtlingssatire war.

Am Samstag, den 01. Oktober 2016 wird um 16:30 Uhr im Deutschen Nationaltheater Weimar eine szenische Lesung nach seinem Drehbuch „Wir schaffen das?“ uraufgeführt. Gelesen wird die gekürzte Fassung im Rahmen des Theaterfestes von sieben Schauspielern des Hauses. Der Eintritt ist frei, es findet auf der Studiobühne statt und dauert etwa eine Stunde. Wir freuen uns auf alle Besucher. Kommt!

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Förderangebote – Marcel-Paul-Straße II

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Oft wird geklagt, die Fähigkeiten der Kinder heute seien mangelhaft. Früher sei eben doch alles besser gewesen. Vielleicht auch deshalb gibt es nun ganz subtile Förderangebote, die möglicherweise noch gar nicht in vollem Umfang genutzt werden. An diesem Ort in der Marcel-Paul-Straße beispielsweise sind möglich: Förderung der Farbwahrnehmung, Förderung des Zielwurfes,  Förderung der Klangerkennung, … Vor der Nutzung aber vorsichtshalber noch ein Warnhinweis: der Einwurf ist nur zu bestimmten Zeiten gestattet! Erwachsene brauchen schließlich ihre Ruhe. Das nämlich ist heute nicht anders als früher. Förderbedarf hin oder her.

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Betonales – Über der Stauffenberg- unter der Umgehungsstraße

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Die Stadt wird wachsen und damit die Wildnis, das freie Reich der Pflanzen und Tiere auf diesem Teil des Ettersbergs zerstören. In den nächsten Jahren werden Bagger und Planierraupen hier ihr Werk verrichten. Massen von Beton werden fließen. Und am Ende werden die Menschen die Betonlücken wieder bepflanzen. Allerdings muss sich die Botanik dann schon ins Schema der ästhetischen Vorstellungen der Bewohner einpassen. Wer die Freiheit der Natur liebt, sollte die verbleibende Zeit nutzen und den Ettersberg ausgiebig erwandern.

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Privilegien – Stauffenbergstraße II

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Die Stauffenbergstraßenbewohner können den Energieverlauf zweier Systeme über 24 Stunden hinweg verfolgen. Schauen sie gen Süden, so erblicken sie elegante Stahlkonstruktionen, über die mit Kabel ständig leise surrend Strom übertragen wird. In derselben Richtung können sie über die ganze Weite des Tales den Lauf der Sonne und deren Energieverschleuderung von morgens bis abends bewundern. Ob die Bewohner dieses kostenfreie Privileg zu schätzen wissen, ist nicht bekannt. Aber zumindest haben sie etwas, wovon die Bewohner anderer Stadtteile nur unter enormen Energie- (Phantasie-) Aufwand träumen können.

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Pilgerort – Rollplatz

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Einst wurde die Jakobskirche für die Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela gebaut. Inzwischen jedoch sind die Menschen nicht nur etwas von diesem Jakobsweg, sondern viele auch vom christlichen Glauben abgekommen. Sollte erneut ein Apostel Jakobus auftauchen, bräuchte er zur Missionsarbeit gar nicht erst auf die iberische Halbinsel. Er könnte gleich hier damit beginnen. Bis dahin übernehmen die Goethe- und Schiller-Jünger das Pilgern zur Jakobskirche. Mit der Missionierung aber sollten auch sie bald beginnen. Denn sonst droht ihnen ebenso die Gefahr des Massenschwundes. Und was sollte dann aus diesem schönen Pilgerort werden?

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Tauschgeschäfte – Park nahe der Ackerwand

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Die Landesregierung wünscht sich das Weimarer Museum für Ur- und Frühgeschichte zukünftig auf den Erfurter Petersberg. Von einer Gegenleistung ist nicht die Rede. Dabei könnte als Ausgleich doch gut der Affenberg aus dem Erfurter Zoo nach Weimar umsiedeln. Einen sehr schönen Ort für diese Attraktion hat man im Goethe-Park schon gefunden. Und in kostenfreier Vorleistung wurde sogar das Logo schon designt und angebracht. Also die Affen würden sich sicher hier wohlfühlen. Ein neuer Besuchermagnet wäre geboren und Weimar UND Erfurt um eine Attraktion reicher. Das wäre doch ein fairer Deal, nicht wahr?

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Morgenstund – Corona-Schröter-Weg

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Schafe sind auch nur Menschen. Oder muss es heißen: Menschen sind auch nur Schafe? Verbindend jedenfalls scheint für die Masse beider Spezies das späte Aufstehen. Da muss man sich schon ernsthaft fragen, ob die den Spruch „Morgenstund hat Gold im Mund“ nicht kennen. Aber gut, die Sache mit dem Gold im Mund kann man diskutieren. Morgens mögen Schafe nun mal lieber Gras und mehr und mehr Menschen grünen Smoothie. Da heißt es, das Sprichwort neu denken: „Morgenstund hat Grün im Mund“!

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Spektakel – Stadtring IV

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Vorhang auf! Das ist Weimar – die Stadt der Kunst! Aber das Potential ist noch lange nicht ausgeschöpft. Die Verhüllung von Objekten beispielsweise kann große Kunst sein, Millionen von Besuchern bringen und entsprechend Millionen Euro dazu. Hier hat Weimar definitiv noch Entwicklungsmöglichkeiten, denn die derzeit vor Ort tätigen Verhüller nutzen lediglich die üblichen blauen Planen. Nötig wären Kollaborationen mit Künstlern. So ein neuartiges vielgestaltiges Verhüllungsspektakel könnte auf jeden Fall nicht nur den Weimarer Sommer, sondern sogar den Weimarer Winter beleben. Ach und die Millionen …. Vorhang runter!

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